Passion Radsport

Radsport-Blog über Erfahrungen aus dem Hobby- und Lizenzbereich

Saisonrückblick 2011
0

Saisonrückblick 2011

Saisonbedingt gibt es zur Zeit ja nicht viel zu berichten, daher veröffentliche ich hier erstmal einen Saisonrückblick 2011:

Januar, Februar, März

Der Winterpokal im rennrad-news.de-Forum ist im vollen Gange und ich war motiviert, Punkte zu sammeln. Im Herbst hatte ich günstig einen Gutschein für einen Monat in einer großen Fitness-Center-Kette erworben und habe diesen eingelöst. Ich habe die Zeit voll ausgenutzt und jeden Spinning-Kurs mitgemacht, den es gab, dazu kamen noch etliche Stunden auf Ergometern und Laufbändern, noch nie habe ich im Winter so viel Sport getrieben.

Überzeugt von dem Nutzen, erwarb ich nach diesem Monat ein eigenes Spinningbike, wodurch ich nicht mehr ständig mein Rennrad in die Rolle einspannen musste. Es hat sich gelohnt: Bei der RTF „Havel-Frühlingsrunde“ im März konnte ich ein gutes Tempo an der Spitze der jeweiligen Gruppe fahren und Ausdauer war auch vorhanden.

Zusätzlich zum Radfahren kamen in diesem Winter noch die Ausgleichssportarten Laufen und Schwimmen vermehrt dazu, da ich nach einem Jedermann-Triathlon 2010 beschlossen hatte, 2011 ein paar Olympische Strecken zu meistern. Dazu musste ich vor allem erstmal lernen, zu kraulen, denn mit Brustschwimmen über 1500m sind die Beine danach nicht mehr zu viel zu gebrauchen. Ich tat, wovon einem eigentlich abzuraten ist: Kraulen lernen in Eigenregie. Von einem Kommilitonen weiß ich inzwischen, dass es zumindest nicht misslungen ist, wenn es auch Verbesserungen geben könnte.

April

Anfang April fuhr ich nach Leipzig, also eigentlich nach Bitterfeld ins Goitzsche-Camp, wo wir vom Team ENDLICH unsere lang erwartete Bekleidung erhalten sollten. Es war ein super Tag: Die Kleidung sah und sieht super aus und das Wetter war zum ersten Mal in diesem Jahr richtig schön und warm, was sich auf die geplante Ausfahrt und das anschließende Grillen positiv auswirkte.

Ende April stand dann der Drittelmarathon in Potsdam (rbb-Lauf) auf dem Programm. Auch hier stimmten die äußeren Bedingungen, es war nicht zu kalt und nicht zu warm und windstill, genau richtig, um Rekordzeiten zu laufen, was ich für meinen Teil auch vorhatte: Ich wollte, nachdem ich diesen Winter auch an meiner Laufform gearbeitet hatte, endlich mal unter einer Stunde bleiben… und es hat geklappt, sogar mit einem 2-minütigen Polster, an dem Tag hätte ich einen Halbmarathon auch unter anderthalb Stunden laufen können.

Mai

Anfang Mai stand dann der nächste Lauf auf dem Programm: die 25 Kilometer von Berlin. An dem Tag war es schon sehr warm, also keine idealen Bedingungen. Trotzdem gab ich erstmal ein gutes Tempo vor begünstigt durch die abfallende Straße, aber schon bald merkte ich, an dem Tag nicht das gleiche Tempo wie in Potsdam laufen könnte, auch nicht auf der gleichen Distanz. Es hat zumindest trotzdem locker für das Ziel, zum ersten Mal unter 2 Stunden zu bleiben gereicht, sogar noch mit 6 Minutenpolster.

Saisonrückblick 2011Mit dem Velothon fuhr ich dann auch das erste Radrennen 2011. Ich startete aus erster Reihe auf die 116km lange Runde und die Beine fühlten sich gut an, bis das Feld auf halber Distanz im Wind auseinanderriss und ich dummerweise eingebaut war – ein Risiko, das man eingeht, wenn man nicht ganz vorne mitfährt – dumm gelaufen. Es dauerte zu lang, bis ich und andere stärkere Fahrer an die Spitze unserer Gruppe kamen, der Schaden war angerichtet, die Spitzengruppe sahen wir in der Ferne nur noch entschwinden. Wir konnten aber noch ein gutes Tempo fahren, so reichte es für mich am Ende sogar noch zu Platz 127, meine beste Platzierung in Berlin überhaupt. Zudem bemerkte ich, dass es mir am Ende neben der obligatorischen Dehydrierung jedoch nicht an Energie mangelte, das umfangreiche Grundlagentraining hat sich ausgezahlt.

Eine Woche später gleich das nächste Radrennen: In Salzmünde trat ich zusammen mit Teamkameraden bei einem Zeitfahren, zuerst einzeln dann im 4erTeam, an. Es lief sehr gut. Mit den Spezialisten auf ihren Maschinen konnte man natürlich nichts ausrichten, aber unser Team (das EZF musste alle Teamfahrer obligatorisch fahren, das MZF war aber interessanter) fuhr, ohne jemals vorher zusammen trainiert zu haben, sehr harmonisch. Wir haben zwar einen nach einem Viertel schon verloren, aber er hatte uns schon vorgewarnt, es lief also nichts wirklich schief und wir haben das beste rausgeholt.

Juni

Saisonrückblick 2011Der Juni bot zum Auftakt mal wieder einen Lauf: Den Schlösserlauf in Potsdam, dessen Halbmarathonstrecke ich schon seit Jahren laufe. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, auch hier meine Bestzeit zu knacken, aber schon Tage zuvor konnte man vorhersehen, dass es ein verdammt warmer wenn nicht heißer Tag werden würde. Ein paar Tage zuvor war ich wegen eines Konzerts in Hamburg und hatte mich dort kurzentschlossen dazu entschieden, das Kräftesparen sein zu lassen und lieber mit meiner Schwester, bei der ich untergekommen war, zusammen eine RTF zu fahren, was sich auch gelohnt hat. Dementsprechend war dann auch das Ergebnis des Laufs, ich kam mit einer Durchschnittszeit (für mich) an.

Saisonrückblick 2011Die Neuseenclassics in Zwenkau südlich von Leipzig sind natürlich DAS Radsportereignis für den Hallzig Express. Mit 6 Teams sind wir über die verschiedenen Distanzen angetreten. Eigentlich bin ich ja ein Fahrer, der gut für Distanzen von 80 bis 100km geeignet ist, aber nicht mal eine Woche später sollte mein erster Olympischer Triathlon stattfinden, somit bot ich mich an, einem „erfahreneren“ Teamkameraden auf der kurzen Strecke zu helfen. Somit führte ich für einen Großteil der Strecke unsere Gruppe an auf der Verfolgung der Spitze und wir kamen ziemlich genau mit dem angepeilten 40er Schnitt ins Ziel, auf dem letzten Kilometer hatte ich mich noch absetzen können – nicht um zu zeigen, wie toll ich bin, wie es andere gute Fahrer machen, die deshalb eine lächerlich kurze Strecke fahren, sondern um die Platzierung fürs Team zu holen, immerhin haben wir auch viel geführt. Es war auf jeden Fall ein tolles Rennwochenende mit einem tollen Team.

Der erste Triathlon im Spreewald verlief mit gemischten Gefühlen. Das Schwimmen verlief über 2 Runden mit Landgang. Jedes Mal, wenn ich in einem großen Pulk steckte (an den Bojen und vor allem am Start), hatte ich Probleme mit der Atmung, Ausatmen unter Wasser ging nicht. Stresssituationen hatte ich vorher nicht trainiert und dies war, wie ich später raus fand, eine Frage der Erfahrung. Die Kraft an sich hat gut gereicht, auch wenn ich wochenlang schon nicht mehr trainiert hatte. Die Radrunde verlief an sich super, ich konnte viele überholen, aber ich hatte mich wohl etwas übernommen, denn nach dem Wechsel zum Laufen ging erstmal nichts mehr. Zu wenig Koppeltraining führte dazu, dass meine Beine an diesen Übergang nicht gewohnt waren, dazu kam auf der ersten Hälfte der sandige Untergrund, der schweren Beinen nicht gerade zuträglich ist, und die später als angekündigte Versorgungsstation. Irgendwie habe ich mich ins Ziel gerettet und… Überraschung: Bei der Siegerehrung wurde ich in meiner AK 3. … von 7… na immerhin.

Juli

Der Juli begann mit einem weiteren Triathlon in Storkow über die Olympische Distanz. Beim Schwimmen habe ich mich schon etwas sicherer gefühlt: Nur selten hat es mir den Atem verschlagen, wenn es turbulent wurde. Das Radfahren ging ich etwas ruhiger an als im Spreewald, trotzdem machte sich an der Zahl der Überholten bemerkbar, dass ich eigentlich Radfahrer bin. Läuferisch lief es zumindest schon mal besser, wenngleich ich trotzdem ab und zu stoppen musste. Es war recht warm, auch dies war im letzten Abschnitt nicht hilfreich.

Saisonrückblick 2011

Saisonrückblick 2011

Letztendlich dienten die ersten beiden Triathlon-Wettbewerbe der Vorbereitung auf den Leipziger Triathlon einige Wochen später. Hier wollte ich die taktischen Fehler vermeiden und unter 2,5 Stunden bleiben und es hat geklappt. Schwimmtechnisch kam ich nahezu ohne Aussetzer durch. Zum ersten Mal war ich dazu im Neoprenanzug unterwegs: Das Wasser war klar (wunderschön) und kühl, alleine deswegen hat sich der Einsatz gelohnt, zeitmäßig brachte er mir nichts, jedenfalls nicht in der Endabrechnung, da es mich eine gefühlte halbe Ewigkeit gekostet hat, ihn auszuziehen. Mit dem Rad ging es auf einen 10km-Kurs, der viermal zu bewältigen war und durch den Wind meiner kraftvollen Fahrweise entgegenkam. Und beim Laufen fand ich auch schnell meinen Rhythmus. Ergo: Mission gelungen.

August

Wenn die Wettbewerbe zuvor auch zufriedenstellend verliefen, ließ meine Form dem Zeitaufwand im Studium geschuldet nach, somit wurde der frühere Saisonhöhepunkt Cyclassics zum Trainingsevent degradiert. Ein Teamkollege (Jens) startete mit seinem Schwiegervater zusammen zum ersten Mal und damit aus Block S (!), da dachte ich mir, es wäre doch nett, zusammen zu fahren, und startete auch von dort auf die 100km. Anfangs sind wir noch vorne (im Block S! ;-)) mitgefahren, Jens sprengte an der Köhlbrandbrücke sogar das Feld von vorne, abwärts konnte ich auch nur noch rollen, tat mich für die nächste Steigung mit ein paar anderen zusammen, bis wir wieder auf Jens trafen, der gewartet hatte, um noch mit seinem Schwiegervater weiter zu fahren. Wir fuhren langsamer und langsamer, er kam nicht. An der Verpflegungsstelle machten wir halt, just da kam er vorbei. Bis wir wieder los kamen, hatte er wieder solch einen Vorsprung, dass wir eine 10km-Verfolgungsjagd führen mussten. Wiederum 10km vorm Ziel beschleunigten wir wieder und rasten gen Ziel. In unserem Tempo war da natürlich niemand sonst mehr unterwegs. Dadurch bekam ich mal einen ganz neuen Blickwinkel auf das Rennen und ein schönes Intervalltraining obendrauf.

September

Saisonrückblick 2011Normalerweise wäre meine Saison sonst vorbei gewesen, aber seit ich beim Hallzig Express bin sorgt die Team-Euphorie dafür, sich bei diesen und jenen Rennen anzumelden und gemeinsam zu radeln äääähhh racen. Im September stand der Rothaus RiderMan in Bad Dürrheim an. Zu siebt nisteten wir uns in ein Ferienhaus ein, zwei weitere wohnten in einem Hotel in Start/Ziel-Nähe. Das Wochenende war super aber auch anstrengend. Bei schönstem Wetter ging es am Freitag mit einem 16km-Zeitfahren los, das über welliges bis hügeliges wenn nicht sogar bergiges Terrain führte. Noch nie zuvor war ich im Schnitt meinem Maximalpuls so nah: 189bpm über 25 Minuten! Am Folgetag machte ich den Fehler, am Anstieg kurz nach dem Start zuviel zu wollen und büßte eine Menge Kraft ein, die mir später fehlte. Der Sonntag gefiel mir dann wesentlich besser. Nicht wegen des Wetters, das war einfach nur beschissen, aber meine Beine fühlten sich gut an und so fuhr ich nach vorsichtigem Beginn nach und nach ein wenig weiter nach vorne. Letztendlich hats in der Gesamtwertung noch für einen Platz in der ersten Tabellenhälfte gereicht, mehr ist bei so einem Profil für mich nicht drin. Aber ein tolles Wochenende war es allemal.

Oktober

Nein, die Saison war immer noch nicht vorbei, der Münsterland-Giro hatte gerufen und wir kamen. Nach einer gemeinsamen Pastaparty in der Innenstadt am Vorabend, machte sich unser Team aus den unterschiedlichsten Startblöcken (Niemand konnte uns etwas zu den Kriterien sagen) auf den 110km langen Kurs. Mit einem Teamkameraden (Stefan) machte ich mich aus Block C auf die Verfolgung der vorderen Gruppen. Wir hatten eigentlich keine großen Erwartungen. 5 Minuten vor A sind die Lizenzler gestartet worden mit dem Hinweis, dass alle, die von den Jedermännern eingeholt würden, aus dem Rennen wären. Wenn das kein Ansporn für die schnellen Radler aus Block A war. Jedenfalls schlossen wir uns einigen Jagdwilligen an und starteten die Hatz vorbei an vielen kleinen und großen Gruppen, Sturzopfern und Begleitfahrzeugen (die Motorräder mit Saisonrückblick 2011den Fotografen haben mich ganz schön genervt in der Gruppe, aber schöne Fotos hats gebracht). Irgendwann waren wir in einer großen Gruppe, in der ich Stefan aus den Augen verlor und erst 10km weiter wiederfand und auch Oli, der aus A gestartet war. Auf Nachfrage bestätigte er, dass dies tatsächlich die Spitze sei. Die Freude währte nur kurz, denn nun gings es bergauf und die Jagd machte sich in den Beinen bemerkbar. Auf dem flachen Rückweg lief alles wieder zusammen, nur die Spitze war weg. Im Ziel brachte uns unser fixer Start aber eine gute Zeit ein, nur Oli nicht, der ja aus A kam, leider, denn ansonsten wäre eine Top100 im GCC drin gewesen, aber nächstes Jahr wirds klappen: Daumen hoch!

November, Dezember

Der Winterpokal steht wieder an und dieses mal fahre ich von Anfang an gewissenhaft meine Grundlageneinheiten. Der Spätherbst und Winter spielt soweit auch mit, der Schnee bleibt fern und die Temperaturen mild. So soll es sein, so kann es bleiben. Im nächsten Jahr stehen wieder viele schöne Rennen und Ausfahrten im Kalender und die will ich mit einer guten Form in Angriff nehmen und mit meinem neuen Rad, das inzwischen schon gut eingefahren ist. Und von all den schönen Terminen werde ich hier natürlich berichten. Bis dann!

Duathlon od. TriathlonJedermannRennenSaisonrückblick

Jens Ole • 19. Januar 2012


Next Post