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Jedermannszene
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Velothon 2012

Velothon 2012Neben den Cyclassics in Hamburg hat sich der Velothon in Berlin zum inzwischen zweitgrößten Jedermannrennen in Deutschland gemausert. Über 11.600 Radfahrer (Es war im Vorfeld von 14.000 Anmeldungen die Rede, aber die Ergebnislisten geben nur etwa diese Zahl her, so viele sind bestimmt nicht ausgestiegen) starteten am Sonntag über die 2 angebotenen Strecken, 62 und 113,6 Kilometer. Ich nahm wie in den Jahren zuvor die lange Distanz in Angriff. Neben mit starteten noch 7 weitere Hallziger, 2 aus Block F auf der Kurzdistanz und 5 – verteilt auf unterschiedliche Blöcke – auf der Langdistanz. Usprünglich wollten wir uns am Vortag bei der Startnummernausgabe treffen, aber letztendlich passten die individuellen Zeitpläne nicht zueinander.

Velothon 2012Mit meiner Freundin machte ich mich Sonntag Früh auf den Weg, da ich beim Velothon 2012 in Block A starten sollte und nicht von Anfang an weit hinten im Feld fahren wollte, das kommt noch früh genug, dachte ich mir. Ich gab meinen Kleiderbeutel ab und rollte gen Start. Es war 8 Uhr und die 62er Starter waren noch nicht alle auf der Strecke. Bei der Gelegenheit konnte ich Marko und Diana noch viel Erfolg fürs Rennen wünschen, bevor ich mich wieder zum vorderen Block begab, wo ich nach der letzten Kurzdistanzwelle auch rein konnte. In 2. Reihe war jetzt noch eine knappe Stunde Warten angesagt. Jens, der zwar für A zugelassen war, aus mangelnder Form aber freiwillig von weiter hinten starten wollte, kam noch mal kurz vorbei. In Block C, wo er mit seinem Schwiegervater starten wollte, hatte man ihn nicht reingelassen (warum auch immer), also ging er aus Block B auf die Strecke und ließ sich von C einholen.

Velothon 2012Ein letzter Riegel wurde gegessen, alles noch mal kontrolliert und die Heckkamera eingeschaltet. Dann ging es um 9.25h pünktlich los. Wir bogen rechts gen Potsdamer Platz ab, weiter am Bahnhof Zoo vorbei, übern Ernst-Reuter-Platz, den Spandauer Damm hoch und wieder runter und links ab in die Havelchaussee. Ich war bemüht, möglichst weit vorne zu bleiben, um in der Kurve nach der Grunewaldturmabfahrt nicht im Gewühl des Feldes zu stecken. Insgesamt war meine Zielsetzung wie jedes Jahr: So lange wie möglich am Führungsfeld dranbleiben. Das funktionierte auch sehr lange sehr gut. Die Einfahrt in den Hüttenweg (baustellenbedingt verengt) verlief reibungslos, einige Kreisverkehre auf der Strecke waren nicht optimal begrenzt, die Hütchen wurden von vielen ignoriert, wodurch das Feld aber auch flüssiger fahren konnte. Trotzdem schmerzte jeder neue Antritt, immerhin beschleunigten wir immer wieder auf über 50km/h. Hinter Neubeeren schlief das Tempo ein wenig ein und, was viele befürchteten, trat später dann auch ein: Eine Gruppe schneller B-Block Fahrer holte das Führungsfeld ein.

Velothon 2012Auch wenn das Feld manchmal etwas hektisch war, es immer wieder Aufschreie gab und Bremsmanöver, gab es jedoch zum Glück wenige gefährliche Situationen. Hin und wieder gab es kleinere Unfälle mit zwei, drei Fahrern und diesen einen größeren Crash vor Ludwigsfelde, der aber auch glimpflich ablief. Abgesehen von den Stürzen an sich ist das damit verbundene Abbremsen und darauf folgende Beschleunigen ärgerlich, da es sehr viel Kraft kostet. Bis Ludwigsfelde wurde das Loch aber wieder geschlossen. Hinter Ludwigsfelde fuhren wir auf die B101 und folgten der Schnellstraße für mehr als 10 Kilometer. Der Schnitt lag für diesen Abschnitt bei fast 50km/h und an einigen Stellen hatte ich mit meiner Kompaktschaltung bei Kette-rechts eine Kadenz von über 100 Umdrehungen. Bis hierhin lief es bei mir auch noch gut, immer noch konnte ich das Führungsfahrzeug sehen, doch als es dann wieder zurück ins Stadtgebiet ging, zog sich das Feld nach Kurven wieder deutlich auseinander.

Und dann ging es auf das Tempelhofer Flugfeld. Die Einfahrt dort ist so eng und verschlungen, dass das hintere Feld sie nur sehr langsam durchfahren konnte, auf der breiten und windanfälligen Piste zerfiel die große Gruppe dann und ich fand mich, glaube ich zumindest, im nun 3. Feld wieder. Leider setzten bei mir auch wieder Krämpfe ein, doch zum Glück war das Tempo in dieser kleineren Gruppe nun wesentlich gleichmäßiger, da mehr Platz und in Kurven somit weniger Geschwindigkeistverlust gegeben war. An der East-Side-Gallery entlang fuhren wir gen Innenstadt auf den Fernsehturm zu, passierten diesen und die bald folgende Friedrichstraße. Vorbei am Hauptbahnhof ging es auf die letzten 2 Kilometer und der allerletzte führte halb um die Siegessäule herum. Das Tempo war nicht mehr sehr hoch, aber am Ende stand doch noch ein Schnitt von 42,6 km/h auf dem Tacho.

Obwohl mein Schnitt in diesem Jahr höher war als 2011 liege ich mit mit Platz 210 (von 5288) deutlich hinter meiner letztjährigen Platzierung (126). Jahr für Jahr ist das Feld stärker besetzt, aber vielleicht schaffe ich es irgendwann in der Zukunft noch mal, unter die Top100 zu fahren. Gespannt warte ich nun auf das Jedermannrennen im Rahmen der Deutschen Meisterschaften in Grimma am 24. Juni, wo ich mir auf Grund des anspruchsvollen Profils und der teils gefährlichen Abfahrten nichts weiter ausrechne, als ins Ziel zu kommen und mir danach das Profirennen anzusehen, auf das ich in Berlin dieses Jahr verzichtet habe. Außer Jens und Walter habe nach dem Rennen leider niemanden aus unserem Team mehr getroffen, das Gewühl im Nachversorgungsbereich und enge Zeitpläne hatten dies leider verhindert. Erschöpft machte ich wenig später auf den Heimweg, nachdem ich mir am Bahnhof Zoo noch eine Currywurst-Pommes gegönnt hatte. Es war wieder einmal ein sehr schönes Erlebnis, trotzdem bin ich danach auch immer froh, wieder heil im Ziel zu sein.

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Jens Ole • 14. Juni 2012


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