Passion Radsport

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von Potsdam nach Rendsburg
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Von Potsdam nach Rendsburg

Es war ein Unterfangen, das ich vor ein paar Jahren schon mal versucht hatte: Mit dem Rennrad an einem Tag von Potsdam nach Rendsburg zu fahren. Damals jedoch startete ich unter ganz anderen Voraussetzungen: Es hatte morgens viel mehr geregnet, der Wind kam aus dem Nordwesten (äußerst suboptimal) und vor allem hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht so viel Grundlage wie jetzt. Auch in diesem Jahr war der Wetterbericht erstmal nicht berauschend, vor allem am Morgen war Regen angesagt, der Wind sollte aus dem Norden kommen. Aber immerhin hatte ich zu diesem Zeitpunkt nun schon 7000 Kilometer seit Anfang des Jahres in den Beinen.

Potsdam-Rendsburg Also schickte ich alles für die Fahrt nicht notwendige per Post an meine Eltern. Zu meinem Gepäck gehörte neben meiner normalen Radkleidung eine Windweste, eine Regenjacke, Armlinge, 2 Trinkflaschen, 1 Trinkrucksack, 5 Packen Energiegel, 1 Packung Frischeiwaffeln, 2 Ersatzschläuche sowie Front- und Rücklicht für den Fall, dass es abends später werden sollte. Morgens um 5.20h machte ich micht bei leichtem Nieselregen auf den Weg gen Nauen. Über Fahrland fuhr ich nach Priort, von dort nach Wustermark und parallel zur B5 nach Nauen. Der Regen ließ zum Glück schon sehr früh nach, so dass ich die Regenjacke einpacken konnte. Nach Nauen kam ein kurzes Stück B5, bevor ich bis Friesack auf kleineren Landstraßen fahren konnte. Dann folgte doch ein ganzes Stück Bundesstraße bis Kyritz, die Hälfte davon ohne Radweg, aber zum Glück war nicht so viel los. Zwischenzeitlich kam sogar mal die Sonne heraus, was die Fahrt um einiges angenehmer machte. Der Abschnitt von Kyritz nach Pritzwalk, wo ich die erste Waffel-Pause einlegte, war der erste hügeligere Teil der Strecke. Weiter ging es über Putlitz und Suckow nach Parchim.

Potsdam-RendsburgMein „Navi“ bestand aus ausgedruckten GPSies-Karten in meiner Trikottasche und somit trat ein, was ich schon vermutete: Da ich den Weg über kleinere Straßen statt der Bundesstraßen wählte, musste ich jede zweite Ortschaft noch mal anch dem Weg gucken, dazu kam die eine oder andere geschlossene Ortsdurchfahrt. Bei Kilometer 210 wurden dann zum ersten Mal die Beine schwer, leider erwies sich meine Suche nach einem Bäcker als schwierig, also noch eine Pause mit Waffeln und noch ein Gel dazu. Schon bald besserte sich die Lage und es rollte besser. An Wittenburg vorbei ging es nach Zarrentin, wo ich dann bei Kilometer 242 um 14h einen Stop bei einem Bäcker einlegen konnte. Belegte und auch trockene Brötchen schmecken nach so einer Distanz gleich doppelt so gut. Auch meinen Getränkevorrat stockte ich hier wieder auf. Die Ausläufer der Holsteinischen Schweiz standen bevor.

Potsdam-RendsburgNach Mölln und weiter südlich an Bad Oldesloe vorbei ging es in einem stetigen Auf-und-Ab gen Westen – und zwar in einem überraschend gutem Tempo – immer noch bleib mein Schnitt über 30 km/h. Damit dies auch so blieb, gönnte ich mir neben der Cola und dem mit Magnesiumpulver versehenen Wasser auch alle 30 Kilometer ein Gel. Das Wetter wurde nun immer freundlicher, zwar bildeten sich auch immer wieder scheinbar unheilbringende Wolken, aber letztednlich setzte sich die Sonne durch. In Stuvenborn fand ich noch einen Bäcker kurz vor Ladenschluss, wo ich mich noch mal mit Cola und Apfelschorle versorgen konnte. Kurz darauf machte ich in Bimöhlen noch eine reguläre Pause, wo ich die in Zarrentin erworbenen Brötchen noch verzerrte, und weiter ging es auf den letzten Abschnitt durch den Naturpark Aukrug – dachte ich.

Potsdam-RendsburgIn Großenaspe verpasste ich dann doch einen Abzweig und fand mich auf dem Weg nach Neumünster wieder, der leider außerhalb meines Kartenmaterials lag. Aber ok, dachte ich, ein wenig kannte ich mich hier ja schon aus und wusste, welchen Schildern ich folgen musste, um aus Neumünster nach Aukrug zu kommen. Dieses ständige Stop-and-Go an den Ampeln brachte meinen Schnitt nun unter 30 km/h, aber anschließend an die Stadtdurchfahrt fühlte ich mich noch richtig gut und so erhöhte ich meine Geschwindigkeit. Durch Aukrug über Henkenborstel nach Jevenstedt und weiter nach Rendsburg lag mein Schnitt bei Potsdam-Rendsburg34,5 km/h. Nun ging es noch durch den Fußgängertunnel in Rendsburg und auf die letzten Kilometer nach Fockbek, auf denen ich es etwas lockerer angehen lassen konnte. Im Ziel erwarteten mich dann um 21.20h nach 16 Stunden Brutto- und 13h40min Nettofahrzeit für die 414 Kilometer leckere Eierpfannkuchen.

BrevetPotsdamRadtourRendsburg

Jens Ole • 8. Juli 2012


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