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Cyclassics 2012
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Cyclassics 2012

Und wieder mal ein langer Tag. Zum siebten Mal nahm ich nun an den Cyclassics in Hamburg Teil. Nach zwei Mal 55km und vier Mal 100km sollte es nun die lange Runde über 155km werden. Dazu reiste ich bereits am Samstag an, meine Schwester hatte bereits in der Woche meine Unterlagen abgeholt und mir meinen Startblock mitgeteilt: A. Das machte mir ein wenig einen Strich durch meine Rechnung, da ich ein „ruhiges Rennen “ fahren wollte. Dafür gab es diverse Gründe: Ich musste auf meinen inzwischen ungewohnten und zu großen alten Rad starten, ich war noch nie ein Rennen dieser Länge gefahren und in den letzten Jahren bin ich bei den 100km nie über einen Schnitt von 39,5 km/h hinausgekommen. Dazu kam noch das Wetter: Der heißeste Tag des Jahres (vermutlich) hatte sich gerade für diesen Sonntag angekündigt. Da erscheint einem die Startzeit um 7.35h doch gleich wieder sehr positiv.

Das Rennen

Cyclassics 2012Am Sonntag stand ich nun also um 7h bei den Cyclassics 2012 im Block A etwa in zehnter Reihe. So weit vorne hatte ich zuvor noch nie gestanden, schließlich starten die ersten 100er ja erst aus B. Pünktlich wurde gestartet. Auffällig war, dass ich mit weniger Stress ins Rennen ging, vielleicht weil ich ohnehin ohne Ambitionen an den Start gegangen war. Es lief alles wesentlich lockerer als sonst. Auch das Feld fuhr deutlich ruhiger, als ich es aus kürzeren Rennen gewohnt war. Der Hafen und die Köhlbrandbrücke ließen wir locker hinter uns wie auch die schnelle Abfahrt. In den Anstiegen hatte ich wie erwartet zu kämpfen, blieb zu meiner eigenen Überraschung im Spitzenfeld. Irgendwann befand ich mich zwar am Ende dieses Feldes, dort fuhr es sich aber sehr angenehm und stressfrei. Bis Hamburg am Ende der 100er-Runde sollte es auch so bleiben, doch langsam setzten hin und wieder Krämpfe ein. Da meine Schwester Cyclassics 2012und ihr Mann am U-Bhf Schlump warteten, dachte ich mir kurz vorher, es wäre ein guter Zeitpunkt, mich rausfallen zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich einen Schnitt von 41,8km/h. Zusammen mit zwei abgehängten Fahrern (kurz nach meinem Abschied gab es einen der wenigen Stürze) wartete ich (wir fuhren natürlich) auf das nächste Feld, aber es kam und kam nicht. 30 Kilometer lang hatten wir die Strecke und den Jubel für uns alleine, erst kurz vor Wedel holte uns eine kleine Gruppe ein, im Anstieg in der Kösterbergstraße kam dann noch ein großes B-Feld. Mit etwas Mühe schaffte ich es, in dieser Gruppe in die Abfahrt zu gehen. Bis zum Ziel hielt ich mich nun auch hier am Ende auf. Am Ende hatte ich wieder einen Schnitt von 39,5 km/h über das gesamte Rennen. Vielleicht hätte ich mehr erreichen können, ich hätte bis zur Kösterbergstraße vielleicht am Spitzenfeld dranbleiben können, aber spätestens da hätte ich wohl abreißen lassen MÜSSEN, vielleicht wären die Krämpfe aber auch so schlimm geworden, dass die Schmerzen nicht mehr auszuhalten gewesen wären, wer weiß.

Résumé

Cyclassics 2012Die Temperaturen waren am Ende tatsächlich schon grenzwertig, im Ziel waren es bereits 34°C im Schatten, beim Start (um 7.35h) waren es schon 21°C, im Schatten war es da sehr angenehm. Zum ersten Mal bin ich bei einem Rennen zusätzlich zu meinen 2 Flaschen mit einem Trinkrucksack gestartet und der war auch nötig, die insgesamt 3 Liter hatte ich bis ins Ziel aufgebraucht. Nach einer erfrischenden Dusche sah ich mir am Nachmittag zusammen mit meinen Eltern, die wie jedes Jahr zu diesem Anlass nach Hamburg gekommen waren, noch das Profirennen an. Auch bzw. gerade jetzt waren die Temperaturen schon fast nicht mehr auszuhalten. Bei den Zieldurchfahrten waren die Schattenplätze besonders begehrt, die Sonnenplätze bleiben selbst beim Zielsprint bis kurz vor der Ankunft der Fahrer unbesetzt. Die nahegelegenen und klimatisierten Europapassagen waren ein beliebter Zufluchtsort. Nach der umjubelten doch leider von einem schweren Sturz überschatteten Zielankunft, holte ich mein Rad aus dem Parc Fermé und machte mich auf den Rückweg zur Wohnung, jede sonnige Wartezeit an Ampeln war kaum auszuhalten, aber zum Glück war es nicht weit.

Zu allem Überfluss war ich am späten Abend auf der Rückfahrt nach Potsdam auch noch Opfer der kurzentschlossenen Wochenendostseeurlauber (echt kreativ), um Mitternacht war ich endlich wieder zu Hause.

CyclassicsHamburgHitzeJedermannRennen

Jens Ole • 25. August 2012


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