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Südringcenter 2013
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Rund ums Südringcenter Rangsdorf 2013

Nach den Neuseenclassics am Vortag wollte ich am Pfingstmontag erstmal ausschlafen. Um 10 Uhr schaute ich dann nach draußen und realisierte, dass sich die optimistischeren Wettervorhersagen durchsetzen sollten, und so machte ich mich nach einem kleinen Frühstück mit dem Rennrad auf nach Rangsdorf, wo Jan beim Jedermannrennen „Rund ums Südringcenter“ sein erstes Rennen bestreiten wollte. Aus Erfahrung vom Vorjahr wusste ich, dass das U40-Rennen erst nach diversen Nachwuchsrennen und damit relativ spät starten würde. 35 Kilomter lang war meine Anreise, meist mit Rücken- oder Seitenwind. Schon bei der Fahrt bemerkte ich, dass meine Beine sich eigentlich noch ganz gut anfühlten. Nachdem ich Jan auf dem Parkplatz des Südringcenters getroffen und mich am Anmeldungspavillon nach der aktuellen Starterzahl (etwas über 30) informiert hatte, medlete ich mich nach kurzer Überlegung nach.

Südringcenter 2013Wir rollten uns noch ein paar Kilometer warm und spekulierten schon mal über die verschiedenen Szenarien, die uns gleich erwarten könnten (von sich steigerndem Tempo bis hin zur Attacke vom Start weg). Letzteres war dann eher zutreffend. Zum Glück war ich beim ersten Versuch in den Pedalen drin, denn es ging sofort die Post ab. Ich habe keine Ahnung, wer vorne das Rennen bestimmt hat, ich war nur damit beschäftigt, den Anschluss zu halten. Den hatte Jan bereits am Start verpasst, hatte sich aber lange mit Mitstreitern in Sichtweite gehalten. Die erste Rennhälfte war durch ein Auf und Ab des Tempos bestimmt: Attacke, Verfolgung, Zusammenschluss, Ruhe und das ganze von vorne. Bei den schnellen Abschnitten zog das Tempo dann auf bis zu 55km/h an – wohlgemerkt immer wieder als Sprint nach einer der vier 90°-Kurven des Rechteckkurses, der 40 Mal zu umfahren war (48km). Fast auf der Hälfte der Distanz erfolgte dann eine vorentscheidende Tempoverschärfung, die das Feld auseinanderriss. Etwa 15 Fahrer waren vorne weg, ich schaffte es gerade noch in die Verfolgergruppe (siehe Video eines anderen Starters unten bei 0:28:45).

Einen Vorteil hatte die neue Situation: Das Tempo wurde gleichmäßiger. Nur leider waren nicht alle in der Gruppe willig, Nachführungsarbeit zu leisten, und so entschwand die Führungsgruppe Runde für Runde immer mehr. Jan sah ich dann auch kurz wieder bei einer Überrundung. er hatte sich doch sehr lange dagegen auflehnen können, wenn man bedenkt, dass er viel mehr Energie aufwenden musste als die Fahrer im Feld. Die Ablösungen wurden regelmäßig, allerdings unterschiedlich lang gefahren, meine dauerten in der Regel eine Runde lang an, andere führten auch mal nur weniger als eine Gerade, letztendlich jeder so viel, wie er noch zu leisten im Stande war, dagegen ist auch nichts einzuwenden. Selbst Jan, den wir nun ein zweites Mal überrundet hatten, leistete noch mal seinen Dienst im Wind, während sich hinter uns Unheil ankündigte: Das Führungsfahrzeug war in Sicht, die Überrundung kündigte sich an. Diese schien schon fast unausweichlich, als das Auto uns 5 Runden vor Schluss überholte. Wir erhöhten noch mal das Tempo, hin und wieder unterbrochen von schwächeren Ablösungen, bis ich drei Runden vor Schluss mit einem Mitstreiter plötzlich alleine fuhr – die anderen hatten wir verloren. Wir kämpften mit letzter Kraft, das Führungsfahrzeug diente als Motivations- und Orientierungshilfe. Kurze Verwirrung gab es, nachdem man uns fälschlicherweise die letzte Runde ankündigte. Als wir dann tatsächlich auf den letzten Kilometer gingen, blickte ich mich um und konnte meinem Mitstreiter Entwarnung geben: der Rest unserer Gruppe, wurde noch kurz vorm Ziel überrundet, für sie war das Rennen bereits beendet, während wir auf unserer letzten regulären Runde locker ausrollen konnten. Wir beide hatten die letzten Platzierungen in der Nullrunde erkämpft.

Nicht zu verachten ist auch Jans Ergebnis, der am Ende 3 Mal überrundet wurde, aber gute Rennerfahrung in den Gruppen sammeln konnte. Insgesamt war das Rennen dieses Jahr deutlich härter als 2012. Für mich kam noch hinzu, dass ich vom Vortag schon ein Rennen in den Beinen hatte, am Ende sprang ein 17. Rang (besser als 2012) und ein Schnitt von ca. 41km/h (vergleichbar mit 2012) raus. Als Wettkampftraining war es dennoch sehr gut geeignet. Nach einer Bulette und einer Cola machte ich mich wieder auf den Heimweg, dieses Mal mit Gegen- und Seitenwind, aber ich hatte es zum Glück nicht eilig.

 

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Jens Ole • 26. Mai 2013


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